Staatliches Schulamt im Landkreis Kitzingen |
Betreuung von Kindern beruflich Reisender
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
die Betreuung von Kindern beruflich reisender Eltern stellt für Lehrer und Lehrerinnen eine große Aufgabe dar. Diese Kinder sind oft nur einige Tage an Ihren Schulen und sollen in dieser Zeit sinnvoll gefördert werden.
Um eine gewisse Kontinuität aufrecht zu erhalten, werden alle Zirkus- und Schausteller-kinder von ihrer Stammschule (gemeldeter Erstwohnsitz; oft Winterquartier des Zirkusses) mit einem Schultagebuch ausgestattet, das sie mit sich führen. Anhand des Tagebuches soll die betreuende Lehrkraft den regelmäßigen und lückenlosen Schulbesuch kontrollieren und den Lernstand dokumentieren.
Mit den Unterrichtsmaterialien, die nun an Ihre Schulen gelangen, soll erstmals ein bayernweit einheitliches Lernwerk für die betroffenen Schülerinnen und Schüler in Umlauf gebracht werden. Die Zirkus- und Schaustellerkinder können mit Hilfe dieses Materials kontinuierlich und ihrem individuellen Lernstand gemäß gefördert werden. Im Optimalfall stattet die Stammschule die Schüler mit dem entsprechenden Lernwerk aus und die Lehrkräfte an den Stützpunktschulen haben ihrerseits ein Exemplar vor Ort, um die Förderung dementsprechend planen zu können. In jedem Fall können die Kolleginnen und Kollegen aber bei der Dokumentation des Lernstandes Bezug auf die entsprechenden Kapitel des Buches nehmen.
Unterstützung bei Fragen, bieten Ihnen auch die Ansprechpartner für die schulische Förderung von Zirkus- und Schaustellerkindern im Schulamtsbezirk:
Herr Wolfgang Stöhr D.- Paul- Eber Volksschule Kitzingen 09321/22010 | Herr Michael Hümmer VS Buchbrunn 09321/6639 |
Darüber hinaus gibt es einen Koordinator für diese Ansprechpartner in Unterfranken:
Herrn Harald Watzke
VS Marktheidenfeld
09391/ 1401
Irma Amrehn gez. Michael Hümmer
Schulamtsdirektorin Lehrer
Anlagen
1. Konzept zur schulischen Förderung der Kinder beruflich Reisender
2. Handreichung „Leben und Lernen auf der Reise“
http://www.km.bayern.de/km/schule/schularten/allgemein/schausteller/materialien/
3. Download Schultagebuch:
http://www.km.bayern.de/km/schule/schularten/allgemein/schausteller/konzept/
Die Stammschule
Stammschule ist die Grund- oder Hauptschule, die der Schüler am Winterstandort oder in der reisefreien Zeit besucht. Sie führt die Schülerakten, hilft bei Lernschwierigkeiten im Rahmen der inneren Differenzierung, bereitet mit Eltern und Kindern gemeinsam die schulischen Aufgaben der neuen Reisesaison vor und führt nach Ende der Reisesaison den Schüler wieder an den Lernstand der Klasse heran.
Die Stammschule stellt die Lernmittel und das Schultagebuch bereit, stellt die Zeugnisse aus und entscheidet über das Vorrücken. Der Klassenlehrer der Stammschule hält mit den Eltern Kontakt auch während der Reisezeit, gibt ihnen Auskunft über den Wissensstand des Kindes und über mögliche Fördermaßnahmen.
Die Stützpunktschule
Stützpunktschule ist eine Grund- oder Hauptschule, die in unmittelbarer Nähe des gewöhnlichen Festplatzes liegt und die in jedem Schuljahr von einer größeren Anzahl von Kindern beruflich Reisender besucht wird. Sie ist auf die Betreuung reisender Kindern besonders eingestellt und hat die Aufgabe, jedes Kind nach den im Schultagebuch ausgewiesenen Lernplänen und den mitgebrachten Schulbüchern bestmöglich zu fördern. Die Eintragungen im Schultagebuch geben der Stützpunktschule Hinweise auf den aktuellen Leistungsstand sowie Empfehlungen zur Weiterarbeit. An jeder Stützpunktschule wird der Lernstand des Kindes im Schultagebuch dokumentiert und in einem Lernbericht festgehalten. Ebenso werden Empfehlungen für die Weiterarbeit an der nächsten Schule ausgesprochen. Eine Kopie des Lernberichts muss bei Abreise des Kindes an die Stammschule geschickt werden. Für die Dauer des Aufenthalts sollte sich die Stützpunktschule um ggf. Möglichkeiten der Mittags- und Hausaufgabenbetreuung bemühen.
Das Schultagebuch – Verwendung ab dem Schuljahr 2005/06
Ein regelmäßiger Informationsaustausch zwischen Stammschule und Stützpunktschulen ist unverzichtbarer Bestandteil des Konzepts, insbesondere geht es dabei um Informationen über den Lernfortschritt der Kinder.
Um dies für alle zu erleichtern und durchschaubar zu machen, wurden Schultagebücher zunächst für die Grundschule und 1998 für die Hauptschule eingeführt. Sie enthalten allgemeine Informationen und Hinweise für Eltern und Lehrkräfte sowie Minimallehrpläne für die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch (Hauptschule).
Im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) wurde nun ein bundeseinheitliches Schultagebuch entwickelt. Die bislang verwendeten Schultagebücher werden entsprechend modifiziert und sollen ab dem Schuljahr 2005/06 in Bayern wie folgt eingesetzt werden:
Der allgemeine Teil des Schultagebuches wird durch die Vorlagen des bundeseinheitlichen Schultagebuches ersetzt. Sie enthalten Informationen für die Stützpunktschulen, einen Schülerpersonalbogen, eine Vorlage für den Bericht der Stammschule zur Lernausgangslage, einen Schulbesuchskalender, eine Vorlage für einen Lernstandsbericht der Stützpunktschule sowie einem individuellen Lernplan für die Reise. Damit ist es möglich, den Leistungsstand und den Lernfortschritt des einzelnen Schülers zu dokumentieren, wodurch eine größere Kontinuität im Lernprozess erreicht werden soll.